Die digitale Strategie entwickeln und implementieren. So funktioniert's.

Welche Fragen müssen sich Unternehmen bei der Erstellung einer digitalen Strategie stellen?
Klar ist: Mensch, Technologie & Management sind mitunter die wichtigsten Faktoren.

Geschrieben von
Alexander
July 6, 2020
-
10 min Lesezeit
[Digitale Strategie] Wie wird sie entwickelt? (inkl. Phasen) Headerbild
Inhaltsverzeichnis
  1. Digitale Strategie entwickeln
  2. Zuständigkeit für die Digitalisierung
  3. Roadmap Digitalisierung (Phasen)
  4. Fazit
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Die Entwicklung einer digitalen Strategie in Unternehmen stellt eine komplexe Herausforderung hinsichtlich Technologie-, Kultur-, Strategie- und Organisations-Wandel dar. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit ausgewählten Aspekten der Digitalisierungsstrategie und geben wertvolle Tipps und Beispiele für die erfolgreiche Implementierung.

Die Digitalstrategie entwickeln

Kaum ein Unternehmen würde heute das Thema Digitalisierung nicht als einen der Grundpfeiler für die Zukunftssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erachten. Und dennoch haben nur wenige Unternehmen eine umfassende und integrierte Digitalisierungsstrategie. Das liegt mitunter daran, dass es für den Megatrend „Digitalisierung“ keine allgemeingültige Definition oder Standard-Vorgehensweise gibt. Die digitale Transformation von Organisationen kann vielschichtig und komplex sein und sollte gerade deswegen hinsichtlich ihrer Strategien und Ziele definiert werden. In jedem Fall aber ist Digitalisierung eine Disziplin, die in die DNA eines Unternehmens übergehen muss, das heißt bei allen Maßnahmen und Entscheidungen berücksichtigt werden sollte.

Digitalisierung kann für zahlreiche Herausforderungen einer Organisation der Treiber und Enabler sein, wenn man die digitale Strategie in Einklang mit der Unternehmensstrategie entwickelt. Dabei ist es hilfreich, die aktuellen Ziele des Unternehmens klar zu definieren. Egal, ob es um Effizienzsteigerung, Kostensenkung, Kundenzufriedenheit, Produktqualität, Portfolioinnovationen, Unternehmenswachstum oder Restrukturierung geht, das Etablieren einer darauf angepassten Digitalisierungsstrategie kann dem Unternehmen langfristige Erfolge bescheren.

Eine digitale Strategie kann aus verschiedenen Bausteinen bestehen, die jede Organisation für sich - angelehnt an die Unternehmenssituation und die Handlungsschwerpunkte - mit konkreten Teilstrategien und Maßnahmen hinterlegen sollte.

So können die Bausteine der digitalen Strategie aussehen

 

Im Fokus stehen meist die beiden Handlungsschwerpunkte „Portfolio“ und „Value Chain“ und damit verbunden folgende beispielhafte Fragen:

  • Wie kann Digitalisierung dabei helfen, unsere Produkte und Services kundenorientierter, qualitativer, schneller und effizienter werden zu lassen?
  • Welche Mehrwerte und neue Geschäftsmodelle können wir durch den Einsatz von Digitalisierung unseren Geschäftspartnern und Kunden bieten?
  • Wie kann Digitalisierung unsere tägliche Arbeit und unsere Geschäftsprozesse, unabhängig ob administrativ oder produktionsseitig, angenehmer, effizienter, robuster und transparenter machen?
  • Welche Insights könnten uns dazu verhelfen, bessere, zukunftssichere und schnellere Entscheidungen zu treffen?

Dabei bezieht sich die linke Säule sehr stark auf die strategische (Neu-)Ausrichtung des Unternehmens, die rechte Säule auf die Optimierung von Abläufen, Prozessen und Arbeitsumgebungen. Für beide Grundpfeiler der Digitalisierung ist ein belastbares Fundament nötig, das neben den technischen Aspekten vor allem die organisatorischen und kulturellen Aspekte berücksichtigt.

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Strategie für Digitalisierung – Wer ist zuständig?

Die Entwicklung, Koordination, und Implementierung all dieser Strategiebausteine in die Organisation sowie die Schnittstellenbildung zwischen Technologie und Business ist typischerweise das Handlungsfeld eines unternehmensweiten Chief Digital Officer (CDO).

In einigen Unternehmen werden die beiden Säulen in parallel laufenden Digitalisierungsprogrammen unter der Gesamtleitung des CDO realisiert, um eine Abstimmung und Integration der beiden Themengebiete sicherzustellen. Eine Trennung kann sinnvoll sein, da die zu behandelnden Schwerpunkte (einerseits strategisch, einerseits operativ) je nach Unternehmensgröße und Schwerpunkt sehr unterschiedlich sein können.

Roadmap der Digitalisierung: Was ist wichtig und wie wird sie erstellt? (Phasen)

Basierend auf der entwickelten Strategie und den daraus abgeleiteten Maßnahmen ist es ratsam, eine Art Roadmap zu entwickeln. Diese ist immer individuell auf das Unternehmen zuzuschneiden, denn Rahmenbedingungen wie der digitale Status Quo, Investitionskraft, Kultur, Technologie uvm. sind unbedingt zu berücksichtigen. Zudem hat jede Organisation ihre eigenen kurzfristigen Prioritäten und Handlungsschwerpunkte. Selten wird man in der glücklichen Lage sein, Digitalisierung „auf der grünen Wiese“ zu planen, oft geht es vielmehr darum, eine bestehende Organisation durch den digitalen Wandel zu leiten und dabei die Handlungsfähigkeit zu erhalten bzw. kurz- und mittelfristig durch digitale Maßnahmen zu erhöhen.

Dabei ist es unabdingbar, das „digitale Gesamtbild“ bereits gezeichnet zu haben, denn jedes laufende und neu zu startende Teilprojekt muss sich wie ein Puzzleteil darin einfügen. Produktentwicklungen, Systeme, Tools und viele andere Entscheidungen können nicht mehr ohne Blick auf die digitale Gesamtstrategie vollkommen autark getroffen werden. Hierin liegt sicherlich eine der größten Herausforderung hinsichtlich der Kommunikation, Abstimmung und Implementierung der digitalen Strategie in eine Organisation.

Die Roadmap kann allen Beteiligten im Unternehmen dabei helfen, aktuell laufende und geplante Maßnahmen zu verstehen und ein besseres Verständnis davon zu bekommen, wie der digitale Wandel das gesamte Unternehmen betreffen wird. Dabei sind unter anderem folgende Teilaspekte der Roadmap zu berücksichtigen:

  • Transparenz hinsichtlich der Abfolge von Digitalisierungs-Projekten (welche Teilprojekte sind unabhängig und laufen parallel, welche bauen aufeinander auf?). Dabei geht es nicht nur um klassische Teilprojekte sondern auch um die Abbildung strategischer Neuentwicklungen oder Portfolioveränderungen
  • Transparenz hinsichtlich technischer Systeme, sowie deren zukünftiges Zusammenspiel, am Besten orientiert an den unternehmensweiten Geschäftsprozessen

Dadurch kann ein zukunftsorientiertes Gesamtbild entstehen, das die Zielsetzung und den geplanten Unternehmenswandel auf einer übergeordneten Ebene visualisiert und als Leitfaden dient. Die Kommunikation der Strategie sowie der damit verbundenen Roadmap durch das Top-Management ist ein wichtiger Startschuss für die verschiedensten Maßnahmen des digitalen Wandels im Unternehmen.

Die Menschen mitnehmen

Für eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie ist es essentiell, dem kulturellen Wandel große Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu gehört selbstverständlich das Enablement, also die Weiterbildung der Menschen hinsichtlich neuer Technologien, aber auch die Kommunikation, warum Digitalisierung business critical ist und was es bedeuten würde, diesen Trend zu verpassen. Neben diesen „Grundlagen“ können unserer Erfahrung nach aber auch weitere Maßnahmen den Wandel positiv beeinflussen:

Anwenderorientierung

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie soll dabei helfen, das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen, Marktanteile zu erobern oder wettbewerbsfähiger zu werden. Genauso muss sie den Anwender im Fokus haben. Jeder Mitarbeiter ist es mittlerweile gewohnt, im privaten Umfeld nahezu alle Aufgaben mit digitaler Unterstützung seines Smartphones und hohem Bedienkomfort durchführen zu können. Im Arbeitsumfeld erwartet die Mitarbeiter teilweise jedoch das genaue Gegenteil: papierbasierte Formulare, langwierige und intransparente Prozesse, Systembrüche bei der täglichen Arbeit usw.

Digitalisierung muss auch dem Mitarbeiter spürbare Mehrwerte und eine „konsumentenähnliche“ user experience bieten. Sobald der Mensch persönlich erlebbare Mehrwerte durch die Digitalisierung erkennt, wird er den Kulturwandel bereitwilliger unterstützen.

Leuchtturmprojekte

Jedes Unternehmen hat innovative und aufgeschlossene Mitarbeiter und eher zurückhaltendere Kollegen. Die Kunst liegt darin, die „Willigen“ zu identifizieren und mit ihnen die ersten Leuchttürme umzusetzen. Dabei ist die Auswahl der ersten Leuchtturmprojekte essentiell: Anwendungsfälle, die einen hohen ROI, einen hohen Kundenmehrwert oder eine deutliche Verbesserung der Arbeitsumgebung bedeuten, eignen sich hervorragend dafür. Die Erfahrung zeigt, dass die erfolgreiche Umsetzung dieser Projekte mit Menschen, die eine Affinität zur Digitalisierung haben, besser wirkt als jede Managementverordnung. Positive Mundpropaganda ist die beste Referenz.

Interne Vermarktung und Kommunikation

Um sich nicht nur auf den Flurfunk zu verlassen, ist es wichtig, die o.g. Leuchttürme zu unternehmensweiten Success Stories zu machen. Vorher-Nachher-Analysen, faktenbasierte Aussagen von Kollegen und Zufriedenheitsmessungen sollten gesammelt und in internen Medien wie dem Intranet, unternehmensinternen Events und anderen Kanälen kommuniziert werden. Die Erfahrung zeigt, dass eine erfolgreiche interne Case Study zu zahlreichen Nachahmern führt, die erst mit einem konkreten Anwendungsbeispiel erkennen, dass sie einen ähnlichen Use Case haben, von dessen Digitalisierung sie profitieren könnten. In vielen unserer Projekte haben diese internen Leuchttürme fast schon zu einem „Ansturm“ neuer Digitalisierungsmaßnahmen in anderen Abteilungen geführt, der mit einer top-down-Strategie nicht erreichbar gewesen wäre.

Auch die regelmäßige Kommunikation neuer Erfolge ist dabei wichtig. Digitalisierung ist kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist, daher sollte ein kontinuierlicher Informationsstrom an Best Practices, Success Stories und aktuellen Entwicklungen etabliert werden. Im Grunde unterscheidet sich das Vorgehen kaum von Marketing- und Sales-Strategien, nur eben nach intern gerichtet.

Sofern ausreichend viele erfolgreiche Digitalisierungsmaßnahmen vorliegen und diese auch im Unternehmen entsprechend kommuniziert wurden, können auch unternehmensweite Umfragen durchgeführt werden. In einem unserer Projekte wurde der digitale Arbeitsplatz binnen 9 Monaten auf Platz 1 in der weltweiten IT-Zufriedenheits-Survey gevotet. Der damit verbundene Imagegewinn beschleunigte den weiteren Ausbau der Digitalisierungsmaßnahmen enorm.

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Fazit zur Digitale-Transformations-Strategie

Erfolgreiche Digitalisierungsstrategien und -Maßnahmen sind eine Mischung aus top-down und bottom-up-Strategien. Die Erstellung der digitalen Strategie ist eine C-Level-Aufgabe und muss mit den strategischen Gesamtzielen des Unternehmens individuell entwickelt werden. Sie muss unternehmensübergreifend formuliert werden und ein für alle verständliches und transparentes Zielbild aufzeigen.

Die Umsetzung der Strategie sollte jedoch wo immer möglich bottom-up mit massiver Unterstützung des Managements erfolgen. Um die Menschen mitzunehmen, ist es oft zielführender eine pull- statt eine push-Strategie zu verfolgen, d.h. durch entsprechende Leuchtturmprojekte die Begehrlichkeit der Digitalisierung zu wecken, anstatt sie von oben zu verordnen.

Eine unternehmensweite Digitalisierungsstrategie kann allerdings ausschließlich durch das Top-Management forciert werden. Entgegen der Meinung einiger Vorstände ist Digitalisierung zu 100% Chef-Sache und nicht die Aufgabe der IT-Abteilung, da es die Organisation, die Kultur und das gesamte Unternehmen inkl. der Strategie verändern wird. Die Implementierung eines CDO auf Top-Management-Ebene wurde in zahlreichen Großunternehmen bereits durchgeführt, im Mittelstand herrscht hier leider oftmals noch dringender Handlungsbedarf.

Das Hinzuziehen von Beratungsunternehmen (als Berater oder externer CDO), um den digitalen Wandel professionell begleiten zu lassen und aus Best Practices zu lernen sowie der Austausch von Erfahrungswerten zwischen Unternehmen (branchenintern wie auch branchenübergreifend) können dabei helfen, Fehler zu vermeiden und die Erfolgswahrscheinlichkeiten zu erhöhen.

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Victoria Heidenstedt
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